Am Mittwoch war ich einkaufen. Dabei lief ich an einem Kleiderladen vorbei und konnte nicht widerstehen…. Tja, die Frauen :)
Als ich mich dann zuhause mal an den Laptop setzte und den Wochenimpuls las, kam mir das gleich in den Sinn und ich untersuchte mal meinen Kleiderschrank. Viele Dinge habe ich in einem Geschäft eingekauft, wo die Kleider günstiger sind, als „normal“. Wer nicht viel Geld hat kann halt auch nicht viel ausgeben… Auf jeden Fall habe ich mir mal angesehen, woher die Kleider eigentlich kamen. Da stand z.B.: Made in Cambodia, Made in China, Made in Turkey, Made in Indonesia, Made in Poland, Made in Romania, Made in Ukraine…
Diese Kleider sind wahrscheinlich durch Hände von Menschen gegangen, die so wenig Geld damit verdienen, dass sie kaum davon leben können. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie durch Kinderhände gegangen sind, obwohl sich in meinem Innern alles gegen diesen Gedanken wehrt.
Aber zuerst mal der Reihe nach.
Als erstes muss das Rohmaterial vorhanden sein. Dazu habe ich in Wikipedia etwas nachgeforscht. Der Anbau von Baumwolle ist in vielen Entwicklungsländern die Lebensgrundlage von Bauernfamilien. Der Anbau ist nicht all zu schwer und die Pflanzen sind sehr widerstandsfähig. Aber die ernte und die Verarbeitung ist mühsam, da die Bauernfamilien in den Entwicklungsländern nicht genug Geld haben für Maschinen und deshalb die Baumwolle von Hand pflücken müssen. Die grössten Produzenten von Baumwolle sind China, USA und Indien. Dann kommen mit weit weniger Anteil Pakistan, Brasilien, Usbekistan und Westafrika. Dann wird die Baumwolle weiter transportiert und zu Stoff weiterverarbeitet. Dieser Stoff wird wieder weiter transportiert in alle möglichen Länder, um dort zu Kleidungsstücken weiterverarbeitet zu werden. Nur schon allein diese Transportkosten wären sehr hoch. Dazu kommt noch die Arbeit von den Menschen, welche die Baumwolle geerntet haben, diese gesponnen und schliesslich zu Stoff verarbeitet haben. Ganz zu schweigen von den Menschen, welche die Kleider dann hergestellt haben. Also durchläuft ein Kleidungsstück aus der Türkei etwa 4 – 5 Stationen, bis sie endlich bei uns in einem Kleidergeschäft landen. Und dann kosten sie weniger, als den Stoff alleine, den man in der Schweiz kaufen müsste, um ein solches Kleidungsstück herzustellen.
Eigentlich würde man es ja wissen… Nur ist man es sich beim Kauf selber nicht immer bewusst. Erst wenn man sich dann Gedanken darüber macht. Man bekommt dann schon ein schlechtes Gewissen und denkt, ja, Kleider haben halt schon ihren Preis. Wenn man nur schon schaut, was der Stoff selber in einem Stoffladen kosten würde. Das habe ich mir nämlich auch mal angeschaut und verglichen. Wenn ich mir nur den Stoff für eine Jeans z.B. kaufen würde, dann würde ich schon mehr bezahlen, als eine fertige Jeans in einem Kleidergeschäft kostet. Ich hätte dann aber erst den Stoff und müsste mir die Jeans noch selber zusammen nähen. Das war schon etwas erschreckend. Denn beim Preis der fertigen Jeans sind ja nicht nur der Stoff dabei, sondern auch die Arbeit und der Weg. Und der war ja eben nicht immer kurz.
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2 Kommentare:
Lese ich deinen Post, erschreck ich scho etwas. Auch meine Kleider kommen aus der ganzen Welt und genäht habe ich auch schon. Ist der Stoff ein Restposten und möchte man etwas, das es nicht zu kaufen gibt ist nähen sicher toll, aber ein normales Shirt nähen ist viel zu teuer und sieht mindestens bei mir sowieso schlechter aus als gekauft.
Da mir aber die Kleider im WWF-Shof nicht besonders gefallen, finde ich die Thematik besonders schwierig. Gibt es überhaupt einigermassen faire Kleidung?? Ich weiss es gar nicht, viellicht Switcher, aber sonst kenne ich wirklich nichts.
Hoi du! Interessanter Post! Musste ihn lesen obwohl ich schon alle Kommentare geschrieben habe!!! :-)
Ich hatte auch schon an unsere Kleider gedacht. Aber eben, gibt es fair hergestellte Kleidung, die wir aaarmen Studis uns leisten könnten? Ich glaube man müsste wie bei den Esswaren Gütesiegel einführen...
lg
:-)
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