Dienstag, 4. März 2008

Vernetzungen entdecken

Wir sind in der Position, in der wir fast nichts zum Essen anpflanzen, sondern alles im Lebensmittelgeschäft kaufen. Einige Familien mögen einen Garten haben, in dem sie einige Kräuter, Salate und ähnliches anpflanzen. Alles andere aber wird meistens gekauft. So beispielsweise die Banane, die ich heute gegessen habe. Ich gehe in das Lebensmittelgeschäft und kaufe mir eine Banane. Ich überlege mir eigentlich gar nicht viel dabei, wenn ich eine Banane kaufe. Das einzige was ich für die Banane tue, ist, dass ich sie bezahle.

Die Banane legt aber einen weiten Weg zurück bis zu mir nach Hause. In der Schule hatten wir vor etwa fünf Jahren einmal einen Bericht gelesen über die Bananen von Chiquita. Die Menschen, die die Bananen angebaut haben, mussten für wenig Geld unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. So mussten sie zum Beispiel die Bananen mit Pestiziden bearbeiten und hatten dabei keinerlei Schutz an. Dabei wohnten sie in Baracken, die so schlecht waren, dass man sie nicht als Schlafstätte bezeichnen konnte. Die meisten Menschen wurden von den Pestiziden und der fehlenden Hygiene krank und konnten beispielsweise keine Kinder mehr zeugen. Viele starben noch jung. Das hat natürlich weltweit viel Empörung ausgelöst. Nicht nur die unmenschlichen Bedingungen der Menschen, die auf den Plantagen gearbeitet haben, sondern auch, dass die Zwischenhändler der Bananen so viel verdienen und die Menschen auf den Plantagen fast nichts. Mich hat das auch schockiert und ich entschied mich gegen weitere Einkäufe dieses Produktes.

Chiquita hat vor einigen Jahren jetzt das Label mit dem grünen Frosch entwickelt, dass zeigen soll, dass auf die Umwelt Rücksicht genommen wird. Ob es nun wirklich besser ist, weiss ich nicht. Ich persönlich kaufe keine Chiquita Bananen mehr. Wenn ich im Lebensmittelgeschäft bin, kaufe ich fair trade Produkte, die dafür stehen, dass die Menschen nicht in unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen und mehr Geld verdienen. Das ist mein Beitrag, den ich dazu leiste. Und ich denke, dass das ein wichtiger Beitrag ist. So profitieren auch die fair trade Organisationen und können so die Nachhaltigkeit der umwelt – und menschenfreudlichen Entwicklung weiterführen.

2 Kommentare:

JoLu hat gesagt…

Sehr interessanter Post. Eigentlich ist es erstaunlich, wie wenig wir für Bananen zahlen, für den ganzen Weg, den sie zurückgelegt hat. Zwischen dem Anbau und uns sind ja wahnsinnig viele Schritte, die wir nicht kennen. Und dennoch ist die Banane günstig. Ich finde es beunruhigend nicht zu wissen, unter welchen Umständen die Menschen für diese Bananen arbeiten müssen. Und wir überlegen uns recht wenig, wenn wir eine essen...

Johanna Lüthi, LG 05C/d

Anonym hat gesagt…

Mich hat dein Bericht ziemlich erschüttert. Ich habe immer gedacht, dass die Chiquita Banane in allen Bereichen "gut" ist. Das heisst, die Menschen kriegen genügend Lohn, die Arbeitsverhältnisse sind gut usw. Das sich eine so grosse und vor allem bekannte Firma bzw. Label solche Verstösse leisten kann ist tragisch. Ich habe mich gerade noch auf der Website der Chiquita Bananen umgesehen und hoffe wirklich, dass nun alles stimmt was sie dort so anpreisen und versprechen...