Wir besitzen keinen Fernseher und ich höre selten Radio, darum habe ich in der Zeitung nach Beiträgen gesucht, die mit nachhaltiger Entwicklung zu tun haben. Im Zug habe ich genug Zeit, das „20 Minuten“ zu lesen. Gleich auf der ersten Seite (25. Februar 2008) fand ich einen Ausschnitt zu Biosprit. Erstmals sei nämlich eine Passagiermaschine mit Biosprit geflogen. Der Biosprit bestand aus einer Mischung von Öl der Kokosnuss- und Babassupalme. Der Treibstoff verursache weniger klimaschädliches CO2.
Ich finde es gut, dass endlich neue Energien genutzt werden oder zumindest versucht wird, sie zu nutzen. Allerdings ist diese Treibstoffmischung etwas exotisch. Da es bei uns keine Palmen-Plantagen gibt, müssten wir das Öl von Mexiko oder Brasilien holen. Dort könnten wiederum ungenügende Arbeitsbedingungen herrschen (vgl. „Bananen-Problematik“).
Den Ansatz an sich finde ich aber gut. Der geringere CO2-Ausstoss würde der aktuellen Umweltsituation gut tun. Damit das Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem aber erhalten bleibt/ins Gleichgewicht kommt, darf nicht nur auf das Biosprit aus Palmenöl (in diesem Fall) gesetzt werden. Ich glaube, dass verschiedene Arten der Energiegewinnung gebraucht werden, um keine Dimension zu vernachlässigen.
5 Kommentare:
Ja, dieser Artikel tönt auf den ersten Blick ganz gut. Man spricht von Fortschritt, neuer Energiequelle und und und... Aber wenn man ein zweites Mal hinschaut und auch liest, woraus dieser Biosprit eigentlich besteht, kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Öl von Palmen? Naja.. Da gäbe es bestimmt auch noch andere Mittel. So ist die Ausbeutung schon wieder vorprogrammiert, genauso wie in der "Bananen-Problematik". Da kann ich nur zustimmen. Aber zum Glück gibt es ja wirklich noch andere Arten der Energiegewinnung. Man sollte sie nur mal endlich anwenden...
Biosprit mit Kokosfett? Als ich auf der Ranch (während des Fremdsprachenaufenthalts) beim Onkel meines Mannes in Amerika war, produzierten wir Biodiesel. Nicht mit Kokosfett, sondern mit abgestandenem Öl aus Restaurants.
Jedes Restaurant hatte einen Alt-Öl-Fass beim Hinterausgang stehen und meine "schöne", eher anekelnede Aufgabe war es einmal in der Woche dieses Fett resp. Altöl herauszupumpen.
Sein Sohn produzierte dann mit Hilfe von chemischen Zusatzstoffen Biodiesel. Man kann diesen Biodiesel sogar trinken. Wems schmeckt - Cheers!
Biodiesel kommt in der Welt immer mehr auf - jedoch vergisst man dabei, dass für die Produktion grosse Getreidefelder gebraucht werden um die Menge an Kraftstoff überhaupt zu produzieren. Hier kommt man in einen Clinch mit Kraftstoffgewinnung und Nahrungsmittel. Was hat Vorrang? Dass wir genügend zu Essen haben, oder, dass wir mit Biodiesel herumfahren können? Gibt es da nicht noch andere Möglichkeiten...?
Simone Carole Graf, LG05G
Ich finde auch, dass es problematisch wäre den Benzin mit etwas zu ersetzen, dass hier nicht angebaut werden kann. Wenn man dann in Brasilen oder wo auch immer alle Felder mit Palmen bepflanzen muss, könnten Nahrungsmittel zu kurz kommen und das wäre auch nicht gut. Dann müsste man nach Brasilien die Grundnahrungsmittel wieder importieren. Und das wäre ökologisch auch nicht sehr sinnvoll. Man müsste meiner Meinung nach etwas finden, dass man überall anpflanzen und nutzen könnte. Aber ob man das findet...
Ich finde diesen Ansatz sehr interessant. Natürlich sind solche Ölmischungen wahrscheinlich auch nicht sehr sinnvoll, denn ich könnte mir vorstellen, dass auch diese Rohstoffe begrenzt sind. Ausserdem legen die Passagiermaschinen beträchtliche Strecken zurück. Ich weiss nicht wie viel es von dieser Mischung brauchen würde, aber ob das für alle Flüge auf der ganzen Welt reichen würde, mag ich zu bezweifeln. Im Gespräch mit anderen Studentinnen und Studenten habe ich schon von Rapsöl als Treibstoff für Autos gehört. Aber auch hier würde sich eine Knappheit mit der Zeit ergeben.
Ich finde deinen Artikel wirklich interessant, aber ich sehe das Problem etwa am gleichen Ort wie du: „Exotische Energiequelle“. Ebenfalls wäre es interessant zu erfahren, wie viel Öl man aus einer Kokos- und Bambuspalme gewinnen kann. Würde man dann massenhaft Bäume anpflanzen und wie sieht es mit der Bearbeitung aus? Braucht man massenhaft Maschinen, also folglich viel Strom um das Öl zu gewinnen? Für mich wirft die Idee „Biodiesel“ noch mehr Fragen als Antworten (auf die Umweltverschmutzung und derer Lösung) auf.
JuKa, LG05C
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