Freitag, 4. April 2008

in der Natur

Ich bin schon immer ein grosser Freund der Natur gewesen und verbringe viel Zeit mit Spaziergängen im nahe gelegenen Wald oder einfach nur durchs Feld.

Während der letzten Woche war ich auch wieder im Wald und habe mich einfach mal etwas abseits des Weges hingesetzt und nur auf die Geräusche der Natur gelauscht. Am Anfang war alles ruhig, alle Vögel waren verstummt und man hörte kein Rascheln mehr im Gebüsch, da alle Tiere durch meine Anwesenheit verschwunden waren. Währen diesen paar Minuten fürhlte ich mich sehr alleine und auch etwas ausgeschlossen. Ich habe mich dann ziemlich ruhig verhalten und von meinem Platz aus alles beobachtet und betrachtet. Zu erst habe ich nur die Blätter gesehn und den erdigen Boden. Aber mehr und mehr habe ich gesehen, dass zwischen den Blättern ein reges teiben herrscht und Ameisen und Käfer und sonstiges Getier auf der Suche nach Nahrung sind. Mit der Zeit haben auch die Vögel wieder zu singen begonnen und es war schön, einfach mal nur zu lauschen und keine Autos oder sonstige Geräusche zu hören, die an die Zivilisation erinnern. Mit der Zeit habe ich dann immer mehr Tiere gesehen. Sie kamen immer näher. Wahrscheinlich haben sie mich gar nicht mehr richtig wahrgenommen oder einfach akzeptiert, dass ich da bin, denn ich hatte ja nichts furchteinflössendes gemacht und die Tiere auch nicht in Gefahr gebracht oder angegriffen. Ich konnte so die verschiedensten Vögel in unmittelbarer Nähe beobachten, wie die die Ameisen oder Käfer aufpickten, miteinander stritten oder Nestmaterial sammelten. Eine grosse Zufriedenheit breitete sich in mir aus und ich merkte gar nicht wie die Zeit verstrich. Ich fühlte mich nun richtig wohl und das Gefühl des Alleinseins war verschwunden. Ich fühlte mich akzeptiert und aufgenommen. Das machte mich glücklich. Das ganze Erlebnis wurde noch gekrönt, als ein Eichhörnchen von Baum zu Baum hüpfte und etwa 5 Meter von mir entfernt anfing, sich an einem Tannenzapfen zu schaffen zu machen. Ich versuchte, mich nicht zu bewegen damit ich es nicht verschäuchte. Ich weiss nicht, wie lange ich da sass und diesem Eichhörchen zuschaute. Aber es erfüllte mich mit Freude.

Auf dem Rückweg versuchte ich, diese Gefühle so lange wie möglich in mir zu behalten. Aber von der Höhe in der wir wohnen hatte ich eine gute Aussicht auf die Stadt Buchs und ein bedrückendes Gefühl überschattete alles. Ich sah den Kamin der Kehrrichtverbrennung qualmen und mir wurde wieder bewusst, dass eine solche Natur, wie ich sie eben erlebt hatte, nicht für immer so weiter exisiteren kann, wenn wir nichts unternehmen.

2 Kommentare:

läckmer hat gesagt…

Ich finde es Eindrücklich, was du in der Natur alles wahrgenommen hast. Schön das du sogar einen Ort gefunden hast, ohne jegliche Anzeichen der Zivilisation. Ich konnte dies in meiner Umgebung nicht finden. Doch meine Frage bleibt, du sagtest, wenn man nichts tut wird solch eine Natur nicht mehr lange vorhanden sein. Sagen tun dies viele aber WAS muss man denn tun?

Gruss von "läckmer"

Zügelwagen hat gesagt…

Ich finde es spannend, dass du dich zu Beginn ausgeschlossen gefühlt hast. Eigentlich nicht zur Natur gehörend, alle verziehen sich, sobald der Mensch auftaucht. Die Idylle, die Harmonie, die du nachher erlebt hast liessen dich umso härter auf dem Boden der Realität auftreffen: Die Natur wird gnadenlos zerstört, von uns, durch uns, zu unserem Besten. Wir beuten sie aus, vernichten sie und wundern uns dann, wenn die Gletscher schmelzen. Nur was tun?
Wir alle müssten uns einschränken, zurückhaltend sein. Doch was bedeutet dies: auf Mobilität verzichten, Saisongemüse kaufen, Vegetarier werden, kalt duschen, Handys ausschalten... soll doch mein Nachbar damit beginnen, mal schauen was passiert. Genau das ist unsere Haltung, und genau darum passiert nichts!